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Lara Greystone

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Lara Greystone

Beitrag von Admin am So Nov 01, 2015 9:09 am

Mit Erlaubnis der  Autorin  Lara Greystone darf ich   einen Auszug  aus  Unsterblich geliebt  hier  veröffentlichen  Smile

Kapitel 1
Tief in der Nacht entdeckte er sie hoch oben auf der schwarzen Eisenbahnbrücke, die sich in
schwindelerregender Höhe elegant über das Tal in der Wildnis spannte. Darunter verlief ein
tiefer Fluss, der stromabwärts in einen beeindruckenden Wasserfall überging.
Warum um alles in der Welt hatte er ihre Absichten nicht sofort erkannt? Warum?
Noch wirkte sie im Mondlicht wie eine überirdische Schönheit aus einer anderen Zeit. Er
neigte seinen Kopf ein wenig zur Seite. Was trug sie da eigentlich? Diese Art Spitzen besetzter
langer Kleider war doch zuletzt in der Rokokozeit in Mode. An diese Epoche konnte er sich
noch gut erinnern, aber die Frau dort oben stammte nicht aus dieser Zeit.
Das Mondlicht schien ihre Gestalt in dem weißen Kleid auf wundersame Weise zum
Leuchten zu bringen und sein Herz schlug schneller.
Er versuchte, das zu ignorieren.
Versuchte sich einzureden es wäre nur ihre helle Haut im Gegensatz zur dunklen Nacht und
das Spiel des Lichts mit ihrem Kleid. Ganz gelang es ihm nicht.
Ohne es zuzugeben, hatte er sich immer mehr danach gesehnt, sie wiederzusehen. Warum
musste er auch ihre Visitenkarte verlieren?
Schon viele Wochen waren seit ihrer ersten und einzigen Begegnung vergangen. Wärme
verschlang langsam seine innere Kälte, während er diese Frau in luftiger Höhe betrachtete.
Die üppigen Spitzen am Ende der Ärmel wehten im Wind und der tiefe, Spitzen besetzte
Ausschnitt des Kleides betonte ihre wunderschönen Brüste. Weil unter dem voluminösen
Rockteil das Unterkleid fehlte, wurde es vom Wind an ihren Körper gepresst und brachte die
Konturen ihrer weiblichen Figur umwerfend zum Ausdruck.
Die Rinde des Baums zerbröckelte unter dem fester werdenden Griff seiner Hand. Der Mann
in ihm empfand sie mehr als begehrenswert, und das Raubtier in ihm gierte danach, die
Distanz zu überwinden und seine Fangzähne tief in ihrem Hals zu versenken. Ein leises
verlangendes Knurren drang aus seiner Kehle.
Gott sei Dank stand er im Mondschatten einer alten Trauerweide. Bei den nächtlichen
Lichtverhältnissen und auf diese Entfernung würde ihn die Frau, die beinahe feierlich auf die
Mitte der Brücke zustrebte, weder erkennen noch hören. Auf keinen Fall sollte sie bemerken,
wie er sie anstarrte, denn das entsprach nicht seinem Charakter. Es wäre ihm peinlich
gewesen. Trotzdem würde er ihren Anblick stundenlang genießen können, aber das lag nicht
allein an ihrem Äußeren, sondern vor allem an ihrer Gegenwart. Ihre Nähe schien seine Seele
zu streicheln, ihm Frieden zu geben.
Seit Monaten zog es ihn an diesen abgelegenen Ort in der fast unberührten Natur, und diese
Frau dort oben hatte genau dieselbe Stelle zu ihrem Lieblingsplatz erwählt.
Sie kam oft hier unten an das Flussufer; seine feine Nase erkannte ihren Geruch. Diesen Duft
hätte er mittlerweile unter hundert anderen herausfiltern können. Leider war er ihr nur ein
- 5 -
einziges Mal persönlich begegnet, wegen einer merkwürdigen Ohnmacht, die sie bis weit nach
Sonnenuntergang hier festgehalten hatte. Aufgrund der unbeleuchteten Pfade kam sie sonst
nur tagsüber, während sein Wesen ihn zwang, die Nacht abzuwarten.
Zum Glück waren seine Augen für die Dunkelheit geschaffen und so verlor er sich in ihrem
Anblick. Der Wind spielte mit ihren langen vollen Locken, die dieses seltene Rot hatten, das
ins Braun überging. Am Anfang waren es ihre Haare gewesen, die ihn in den Bann gezogen
hatten. Sie sahen nicht nur wunderschön aus, sondern besaßen diesen fast einzigartigen
Farbton – ähnlich nur dem seiner verstorbenen Elisabeth.
Eine Böe blies ihr Haar zur Seite, während sie sich weit über das Geländer beugte, um in den
Fluss tief unter ihr zu sehen.
Das bot John einen freien Blick auf ihren nackten, anmutigen Hals.
Sofort breitete sich sein ungestillter Hunger wie ein Buschfeuer in ihm aus.
Die tödlichen Fangzähne drängten mit Gewalt aus dem Kiefer und das sehnsüchtige Knurren
wich einem tiefen Grollen. Seine Muskeln spannten sich an wie bei einem Raubtier kurz vor
dem Sprung.
Johns vampirische Natur machte ihm unmissverständlich klar, dass er zum Überleben
frisches Blut brauchte. Diesen übermächtigen Instinkt zu kontrollieren, musste er wieder neu
lernen. Er ermahnte sich, wieder regelmäßig auf die Jagd zu gehen, andernfalls könnte sein
Hunger ihn am Ende in ein mordlüsternes Tier verwandeln. Und die Wächter, zu denen er
gehörte, brachten genau solche Vampire zur Strecke. Seit über sechs Jahrhunderten war ihm
die Jagd nach Blut erspart geblieben. Seit damals war seine Gefährtin Elisabeth die einzige
Quelle für das lebensspendende Blut gewesen. Bis zu diesem tragischen Tag vor über einem
Jahr.
Die seltene Symbiose zwischen Mensch und Vampir hatte ihr ewige Jugend geschenkt und
dafür gesorgt, dass ihr Organismus wesentlich schneller und größere Mengen Blut produzieren
konnte als gewöhnliche Menschen. Beim Gedanken an Elisabeth wurde sein Herz wie mit
Nägeln zusammengedrückt. Bilder einer glücklichen Vergangenheit drängten an die
Oberfläche.
Dem Wind, der auffrischte und ihm scharf in die Augen wehte, gab er die Schuld, dass sich
eine Träne aus seinem Auge löste. Dieser tiefe, unsagbare Schmerz, bei dem sich seine Seele
zusammenzog und unter Qualen krümmte, breitete sich wieder in seinem Inneren aus.
Nein, nein, nein! Diesen Gefühlen durfte er sich nicht hingeben, sie würden ihn zerreißen.
Und die Wächter brauchten im Moment jeden einzelnen Mann. Das rief er sich ins Gedächtnis,
daran klammerte er sich eisern. Diese Einstellung hielt ihn seit dem Verlust seiner geliebten
Frau aufrecht und gab ihm ebenso Kraft wie das starke Netz der Gemeinschaft der Wächter.
Nur an diesem einsamen, ruhigen Ort gestattete John seiner Seele manchmal zu trauern.
Dennoch kam er oft hierher an das sandige Flussufer, entzündete ein Holzfeuer und blickte im
Schein der Flammen auf die majestätische Brücke hoch oben. Sie wurde nur im Sommer von der historischen Dampflokomotive genutzt.    





Vielen Dank  für die Erlaubnis  Smile   Ich habe  das Buch gelesen  oder besser gesagt verschlungen    absolut Lesenswert
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